Was Ihr Kind wann lernt – und was Sie zu Hause tun können. Alle Übungen dauern höchstens eine Viertelstunde, brauchen kein Material aus dem Schreibwarenladen und lassen sich nebenbei erledigen. Zehn Minuten regelmäßig wirken mehr als eine Stunde am Wochenende.
Das lernt Ihr Kind in Klasse 1
Im ersten Jahr geht es um die Grundlagen: Buchstaben und Laute, Zahlen bis 20, und die Erfahrung, dass Schule etwas ist, das man schafft. Am Ende steht ein Berichtszeugnis, noch keine Noten.
Deutsch
- Alle Buchstaben und ihre Laute kennen
- Wörter lautgetreu schreiben (Mama, Oma, Hut)
- Kurze Wörter und einfache Sätze lesen
- Erzählen und zuhören, sich melden und ausreden lassen
Mathematik
- Zahlen bis 20 lesen, schreiben und ordnen
- Plus und Minus im Zahlenraum bis 20
- Mengen erfassen, ohne einzeln zu zählen
- Formen erkennen: Kreis, Dreieck, Viereck
Sachunterricht
- Der eigene Körper und die Sinne
- Der Schulweg und die Verkehrsregeln
- Tiere und Pflanzen in der Umgebung
- Jahreszeiten und Wetter beobachten
In Hessen gilt für diesen Jahrgang
Zeugnis: Am Ende der Jahrgangsstufe 1: Berichtszeugnis mit schriftlicher Beurteilung, keine Noten. Ein Halbjahreszeugnis gibt es noch nicht.
- Der Vorlaufkurs für Kinder mit Sprachförderbedarf liegt VOR der Einschulung – in Klasse 1 läuft die Förderung im Unterricht weiter.
- Der Schwerpunkt der Leistungsbeurteilung liegt in ganz Hessen auf dem Mündlichen; schriftliche Arbeiten kommen nur in angemessenem Umfang dazu.
- An Schulen mit Flexiblem Schulanfang können die Jahrgänge 1 und 2 zusammen unterrichtet und in ein bis drei Jahren durchlaufen werden.
Das lernt Ihr Kind in Klasse 2
Jetzt wird das Gelernte sicher: Lesen wird flüssiger, das Einmaleins kommt dazu, und erste Rechtschreibregeln lösen das reine Hören ab. Am Ende dieses Jahres gibt es erstmals ein Zeugnis mit Noten.
Deutsch
- Flüssig lesen und verstehen, was man gelesen hat
- Erste Rechtschreibregeln: doppelte Mitlaute, ie, Groß- und Kleinschreibung
- Lernwörter üben und richtig abschreiben
- Kurze Texte schreiben, die andere verstehen
Mathematik
- Zahlenraum bis 100
- Das kleine Einmaleins, zunächst 2er, 5er, 10er
- Rechnen mit Zehnerübergang
- Uhrzeit, Geld und einfache Sachaufgaben
Sachunterricht
- Ernährung und Gesundheit
- Wasser, Luft und einfache Versuche
- Zusammenleben in der Klasse, Regeln und Streit schlichten
- Der Wohnort und einfache Karten
In Hessen gilt für diesen Jahrgang
Zeugnis: Am Ende der Jahrgangsstufe 2: erstmals ein Ziffernzeugnis. An Schulen mit Flexiblem Schulanfang kann die Gesamtkonferenz stattdessen eine schriftliche Beurteilung beschließen.
- Das Arbeits- und Sozialverhalten wird ab Jahrgangsstufe 2 im Zeugnis beurteilt – durch Noten oder, nach Beschluss der Gesamtkonferenz, in Worten.
- Ein Halbjahreszeugnis gibt es in Klasse 2 noch nicht.
Das lernt Ihr Kind in Klasse 3
Jetzt kommen die Halbjahreszeugnisse dazu, und am Ende des Jahres stehen die Lernstandserhebungen an. Texte werden länger, das Einmaleins muss sitzen, schriftliche Rechenverfahren kommen hinzu.
Deutsch
- Längere Texte lesen und Fragen dazu beantworten
- Geschichten schreiben mit Anfang, Mitte und Schluss
- Wortarten unterscheiden: Nomen, Verb, Adjektiv
- Mit dem Wörterbuch arbeiten und Texte überarbeiten
Mathematik
- Zahlenraum bis 1000
- Das gesamte Einmaleins sicher können
- Schriftlich addieren und subtrahieren
- Längen, Gewichte und Zeitspannen
Sachunterricht
- Pflanzen und Tiere genauer untersuchen
- Strom, Magnetismus, einfache Technik
- Die eigene Gemeinde und ihre Geschichte
- Medien nutzen und Quellen prüfen
In Hessen gilt für diesen Jahrgang
Zeugnis: Ab Jahrgangsstufe 3 gibt es zwei Zeugnisse im Jahr: eines zum Halbjahr und eines zum Schuljahresende, beide mit Noten.
- Am Ende der Jahrgangsstufe 3 werden in Hessen landesweite Lernstandserhebungen geschrieben. Sie werden nicht benotet und dienen der Schule zur Standortbestimmung – Ihr Kind muss dafür nicht üben.
- Die Radfahrausbildung beginnt an vielen Schulen bereits in Klasse 3 mit der Theorie.
Das lernt Ihr Kind in Klasse 4
Im letzten Jahr wird gefestigt und vorbereitet: schriftliche Verfahren, Textarbeit, Selbständigkeit – und der Übergang auf die weiterführende Schule, über den am Ende Sie als Eltern entscheiden.
Deutsch
- Texte gliedern, zusammenfassen und begründen
- Rechtschreibstrategien anwenden statt raten
- Satzglieder erkennen, wörtliche Rede, Zeitformen
- Vor der Klasse frei sprechen und etwas vorstellen
Mathematik
- Zahlenraum bis 1 000 000
- Schriftlich multiplizieren und dividieren
- Sachaufgaben in mehreren Schritten lösen
- Flächen, Rauminhalte, Diagramme lesen
Sachunterricht
- Hessen und Deutschland, Karten und Maßstab
- Geschichte: früher und heute
- Verkehrserziehung und Fahrradprüfung
- Verantwortung für Natur und Umwelt
In Hessen gilt für diesen Jahrgang
Zeugnis: Halbjahreszeugnis mit Noten; es enthält zugleich die Empfehlung für den Bildungsgang der weiterführenden Schule. Am Ende des Jahres folgt das Abschlusszeugnis der Grundschule.
- Die Empfehlung der Schule ist in Hessen NICHT bindend: Über die weiterführende Schule entscheiden am Ende Sie als Eltern.
- Vor der Entscheidung haben Sie Anspruch auf ein Beratungsgespräch; dazu gibt es einen eigenen Elternabend.
- Die Radfahrprüfung mit der Polizei findet in der Regel in Klasse 4 statt.
Grundlage: Kerncurriculum Hessen für die Primarstufe sowie die Verordnungen VOBGM und VOGSV. Was Ihre Klasse konkret wann behandelt, erfahren Sie am Elternabend – der Lehrplan lässt bewusst Spielraum.
Übungen für zu Hause
Ich sehe was, was du nicht siehst – mit Lauten
Deutsch · 5 Minuten · Material: nichts
Statt einer Farbe nennen Sie den Anfangslaut: „Ich sehe was, was mit Mmmm anfängt.„ Wichtig ist der Laut, nicht der Buchstabenname – also „Mmmm„, nicht „Em„.
Wozu das gut ist: Wer Laute im Wort heraushört, kann später schreiben. Das ist die wichtigste Vorübung überhaupt.
Buchstaben in der Stadt
Deutsch · 10 Minuten · Material: nichts
Auf dem Weg zum Einkaufen sucht Ihr Kind einen bestimmten Buchstaben auf Schildern, Autos und Verpackungen. Wer zuerst fünf findet, gewinnt.
Wozu das gut ist: Buchstaben werden nebenbei vertraut, ohne dass es nach Üben aussieht.
Silben klatschen
Deutsch · 5 Minuten · Material: nichts
Klatschen Sie gemeinsam Wörter in Silben: To-ma-te, Schul-hof, Ma-ma. Danach umgekehrt: Sie klatschen, Ihr Kind rät das Wort.
Wozu das gut ist: Silben sind die Bausteine beim Lesen und beim Schreiben langer Wörter.
Zehn Minuten vorlesen
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein Buch
Lesen Sie vor – auch wenn Ihr Kind schon selbst lesen kann. Lassen Sie es zwischendurch ein Wort oder eine Zeile übernehmen. Fragen Sie danach: Was glaubst du, passiert als Nächstes?
Wozu das gut ist: Vorlesen ist die wirksamste Einzelmaßnahme für den Schulerfolg. Zehn Minuten täglich wirken mehr als eine Stunde am Wochenende.
Würfeln ohne Zählen
Mathematik · 5 Minuten · Material: ein Würfel
Würfeln Sie und lassen Sie Ihr Kind die Augenzahl sagen, ohne die Punkte einzeln abzuzählen. Später mit zwei Würfeln: Wie viele zusammen?
Wozu das gut ist: Mengen auf einen Blick erfassen ist die Grundlage für schnelles Rechnen. Wer immer zählt, bleibt langsam.
Der Tisch deckt sich selbst
Mathematik · 5 Minuten · Material: Geschirr
Ihr Kind deckt den Tisch: Wie viele Teller brauchen wir? Und wenn Oma dazukommt? Wie viele Gabeln fehlen noch?
Wozu das gut ist: Rechnen mit echten Dingen und echtem Zweck – das bleibt besser hängen als jede Aufgabe auf Papier.
Zahlen verstecken
Mathematik · 10 Minuten · Material: 20 Bausteine oder Nudeln
Legen Sie sieben Bausteine hin, Ihr Kind schaut kurz hin und schließt die Augen. Sie nehmen zwei weg. Wie viele fehlen?
Wozu das gut ist: Das ist Minusrechnen, bevor es so heißt – und es übt das Vorstellungsvermögen.
Formen suchen
Mathematik · 5 Minuten · Material: nichts
Wer findet in der Wohnung einen Kreis? Ein Dreieck? Etwas Rundes, das rollen kann, und etwas Rundes, das nicht rollt?
Wozu das gut ist: Geometrie beginnt mit dem Blick, nicht mit dem Zirkel.
Der Schulweg als Prüfung
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: nichts
Gehen Sie den Schulweg, aber Ihr Kind führt. Es sagt an, wo gewartet, geschaut und gequert wird. Sie folgen nur und greifen ein, wenn es gefährlich wird.
Wozu das gut ist: Kinder lernen den Weg erst wirklich, wenn sie ihn verantworten – nicht, wenn sie hinterherlaufen.
Ein Blatt genau ansehen
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: ein Blatt vom Spaziergang
Betrachten Sie ein Blatt zusammen: Welche Farben? Wie viele Adern? Riecht es? Danach malt Ihr Kind es aus dem Gedächtnis.
Wozu das gut ist: Genaues Beobachten ist die Grundfähigkeit im Sachunterricht – und lässt sich üben.
Wetterkalender
Sachunterricht · 5 Minuten · Material: Papier und Stift
Jeden Abend malt Ihr Kind ein Zeichen für das Wetter des Tages. Nach zwei Wochen schauen Sie gemeinsam: Was kam am häufigsten vor?
Wozu das gut ist: Beobachten, festhalten, auswerten – das ist naturwissenschaftliches Arbeiten im Kleinen.
Was hörst du?
Sachunterricht · 5 Minuten · Material: nichts
Eine Minute still sein und danach aufzählen, was zu hören war. Drinnen und draußen vergleichen.
Wozu das gut ist: Übt die Sinne und nebenbei das Zuhören, an dem es im Unterricht am häufigsten hakt.
Lernwörter im Sand
Deutsch · 10 Minuten · Material: Mehl, Sand oder Rasierschaum auf einem Tablett
Ihr Kind schreibt die Lernwörter der Woche mit dem Finger in Mehl oder Schaum. Falsches wird einfach glattgestrichen.
Wozu das gut ist: Die Bewegung hilft beim Merken, und Fehler verlieren ihren Schrecken, weil sie spurlos verschwinden.
Diktat andersherum
Deutsch · 10 Minuten · Material: Papier und Stift
Ihr Kind diktiert Ihnen fünf Lernwörter, und Sie schreiben – mit Absicht zwei Fehler. Ihr Kind sucht sie.
Wozu das gut ist: Fehler finden fällt leichter als sie zu vermeiden, und es schult genau den Blick, den man beim Überarbeiten braucht.
Vorlesen im Wechsel
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein Buch
Sie lesen eine Seite, Ihr Kind die nächste. Bei schwierigen Wörtern helfen Sie sofort, ohne warten zu lassen.
Wozu das gut ist: Flüssiges Lesen entsteht durch Menge, nicht durch Anstrengung. Langes Stocken entmutigt nur.
Einkaufszettel schreiben
Deutsch · 5 Minuten · Material: Zettel und Stift
Ihr Kind schreibt den Einkaufszettel nach Ihrem Diktat und liest ihn im Laden vor. Rechtschreibung ist dabei zweitrangig.
Wozu das gut ist: Schreiben mit echtem Zweck. Kinder merken, dass Schrift etwas nützt.
Einmaleins beim Treppensteigen
Mathematik · 5 Minuten · Material: eine Treppe
Auf jeder Stufe die nächste Zahl der Reihe sagen: 2, 4, 6, 8 … Beim Runtergehen rückwärts.
Wozu das gut ist: Bewegung und Rhythmus verankern die Reihen besser als stilles Aufsagen.
Kassenbon prüfen
Mathematik · 10 Minuten · Material: ein Kassenbon
Nach dem Einkauf: Was war das Teuerste? Was zusammen etwa fünf Euro? Stimmt das Rückgeld?
Wozu das gut ist: Umgang mit Geld ist Lehrplan in Klasse 2 – und hier ist er echt.
Uhrzeit-Auftrag
Mathematik · 5 Minuten · Material: eine Uhr mit Zeigern
Geben Sie Aufträge mit Uhrzeit: „Um Viertel nach fünf decken wir den Tisch.„ Ihr Kind behält die Uhr im Blick und sagt Bescheid.
Wozu das gut ist: Die analoge Uhr lernt man nur durch Benutzen. Digitale Anzeigen helfen dabei nicht.
Zahlen schätzen
Mathematik · 5 Minuten · Material: eine Handvoll Nudeln oder Münzen
Erst schätzen, dann zählen. Wer näher dran war, gewinnt. Nach ein paar Runden wird geschätzt, wie viel doppelt so viel wäre.
Wozu das gut ist: Schätzen schützt später vor Rechenergebnissen, die offensichtlich nicht stimmen können.
Was ist im Essen drin?
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: Verpackungen
Vergleichen Sie zwei Verpackungen: Wo ist mehr Zucker drin? Woran erkennt man das?
Wozu das gut ist: Ernährung steht im Lehrplan, und nebenbei wird das Lesen von Tabellen geübt.
Schwimmt es oder nicht?
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: Schüssel mit Wasser, Kleinkram
Erst raten lassen, dann ausprobieren. Wichtig ist die Frage danach: Warum hast du das gedacht?
Wozu das gut ist: Vermuten, prüfen, erklären – genau so arbeitet Naturwissenschaft.
Der Weg zum Bäcker als Karte
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: Papier und Stift
Ihr Kind malt den Weg von zu Hause zum Bäcker von oben – mit Straßen, Ecken und Häusern.
Wozu das gut ist: Die Vogelperspektive ist für Kinder ein großer Schritt und Grundlage für alles Kartenlesen.
Streit nachbesprechen
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: nichts
Nach einem Streit unter Kindern: Was war dein Anteil? Was hätte geholfen? Ohne Schuldfrage, nur Rekonstruktion.
Wozu das gut ist: Zusammenleben ist Unterrichtsinhalt. Und Kinder, die Streit versprachlichen können, prügeln sich seltener.
Fünf-Finger-Nacherzählung
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein Buch
Nach einem Kapitel erzählt Ihr Kind an fünf Fingern nach: Wer? Wo? Was passiert? Problem? Wie geht es aus?
Wozu das gut ist: Genau diese Struktur brauchen Kinder später beim Zusammenfassen und in Aufsätzen.
Wörterbuch-Wettlauf
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein Wörterbuch
Sie nennen ein Wort, beide suchen gleichzeitig. Wer es zuerst gefunden hat, liest die Bedeutung vor.
Wozu das gut ist: Nachschlagen wird ab Klasse 3 verlangt, und es macht als Wettlauf mehr her als als Hausaufgabe.
Adjektive im Kühlschrank
Deutsch · 5 Minuten · Material: nichts
Ihr Kind beschreibt einen Gegenstand mit drei Adjektiven, Sie raten. Dann umgekehrt.
Wozu das gut ist: Wortarten begreift man am besten, indem man sie benutzt statt sie zu benennen.
Der Fortsetzungsbrief
Deutsch · 10 Minuten · Material: Zettel
Sie schreiben zwei Sätze einer Geschichte, legen den Zettel aufs Kinderbett. Ihr Kind schreibt zwei Sätze weiter und legt ihn zurück.
Wozu das gut ist: Schreiben ohne Bewertung und ohne Zeitdruck. So entsteht Freude am Formulieren.
Einmaleins-Blitz
Mathematik · 5 Minuten · Material: nichts
Zehn Aufgaben im Wechsel, quer durch alle Reihen. Wichtig: keine Uhr, kein Druck – aber täglich.
Wozu das gut ist: Das Einmaleins muss ab Klasse 3 sitzen, sonst wird jede schriftliche Rechnung mühsam. Fünf Minuten täglich schlagen eine Stunde am Sonntag.
Kochen mit Umrechnen
Mathematik · 15 Minuten · Material: ein Rezept, Waage
Das Rezept ist für vier Personen, Sie sind zu dritt. Ihr Kind rechnet die Mengen um und wiegt ab.
Wozu das gut ist: Gewichte, Teilen und Sachaufgaben in einem – mit einem Ergebnis, das man essen kann.
Wie weit ist es?
Mathematik · 10 Minuten · Material: Maßband oder Zollstock
Erst schätzen, dann messen: die Länge des Flurs, die Höhe des Tisches, der Umfang des Kopfes.
Wozu das gut ist: Längen bekommt man nur durch Anfassen in den Griff. Wer nie geschätzt hat, verrechnet sich um Faktor zehn.
Der Kilometerzähler
Mathematik · 5 Minuten · Material: Auto oder Fahrrad
Vor der Fahrt den Stand notieren, danach die Differenz ausrechnen. Wie weit war es hin und zurück?
Wozu das gut ist: Schriftliches Subtrahieren mit echten Zahlen, und ganz nebenbei ein Gefühl für Entfernungen.
Stromkreis bauen
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: Batterie, Draht, kleines Lämpchen
Gemeinsam ein Lämpchen zum Leuchten bringen. Danach probieren: Was leitet den Strom, was nicht?
Wozu das gut ist: Technik begreift man mit den Händen. Der Aha-Moment, wenn es leuchtet, hält jahrelang.
Eine Sache selbst herausfinden
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: Kindersuchmaschine
Ihr Kind sucht eine Antwort auf eine eigene Frage – über fragFINN, nicht über eine normale Suchmaschine. Danach erzählt es Ihnen, was es gefunden hat und woher.
Wozu das gut ist: Recherchieren und Quellen nennen steht ab Klasse 3 im Lehrplan.
Der alte Ort
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: nichts
Fragen Sie ältere Verwandte, wie es hier früher aussah. Ihr Kind stellt drei eigene Fragen und erzählt das Ergebnis weiter.
Wozu das gut ist: Geschichte beginnt bei Menschen, nicht bei Jahreszahlen.
Müll sortieren und zählen
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: der eigene Müll
Eine Woche lang zählen, wie viele Verpackungen anfallen. Danach überlegen: Welche wären vermeidbar gewesen?
Wozu das gut ist: Umweltbewusstsein entsteht durch eigene Zahlen, nicht durch Appelle.
Zeitung für Kinder lesen
Deutsch · 10 Minuten · Material: Kindernachrichten
Eine Meldung lesen und in drei Sätzen zusammenfassen: Was ist passiert, wo, und warum betrifft es uns?
Wozu das gut ist: Zusammenfassen ist die Kernkompetenz von Klasse 4 – und die häufigste Hürde in Klasse 5.
Vortrag üben
Deutsch · 15 Minuten · Material: nichts
Ihr Kind erklärt Ihnen zwei Minuten lang etwas, das es gut kennt – ohne Zettel. Sie hören zu und sagen danach eine Sache, die gut war, und eine, die noch fehlt.
Wozu das gut ist: Freies Sprechen wird verlangt, aber selten geübt. Zu Hause ist der Übungsraum ohne Publikum.
Fehlersuche mit Strategie
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein eigener Text
Ihr Kind liest den eigenen Text rückwärts, Satz für Satz. So achtet man auf die Wörter statt auf den Inhalt.
Wozu das gut ist: Rechtschreibung überprüft man mit einer Strategie, nicht mit gutem Willen.
Wörtliche Rede am Tisch
Deutsch · 5 Minuten · Material: Papier
Ihr Kind schreibt drei Sätze auf, die beim Abendessen wirklich gesagt wurden – mit Anführungszeichen und Begleitsatz.
Wozu das gut ist: Wörtliche Rede ist Prüfungsstoff und wird hier zu etwas Nützlichem.
Großer Einkauf, große Zahlen
Mathematik · 10 Minuten · Material: Prospekt oder Kassenbon
Was kosten sechs Packungen? Wie viel wäre das im Jahr? Überschlagen lassen, bevor gerechnet wird.
Wozu das gut ist: Schriftliches Multiplizieren mit Sinn – und der Überschlag verhindert grobe Fehler.
Taschengeld planen
Mathematik · 15 Minuten · Material: Papier
Ihr Kind plant, wie lange es für einen Wunsch sparen muss, und was passiert, wenn es zwischendurch etwas ausgibt.
Wozu das gut ist: Mehrschrittige Sachaufgaben, die zum ersten Mal wirklich interessieren.
Zimmer ausmessen
Mathematik · 15 Minuten · Material: Zollstock, Papier
Länge und Breite messen, Fläche berechnen, dann einen Grundriss maßstäblich zeichnen.
Wozu das gut ist: Flächen und Maßstab kommen in Klasse 4 zusammen – hier lassen sie sich anfassen.
Diagramm aus dem Alltag
Mathematik · 10 Minuten · Material: Papier
Eine Woche lang festhalten, wie lange Ihr Kind draußen war, und daraus ein Säulendiagramm zeichnen.
Wozu das gut ist: Daten sammeln und darstellen ist eigener Lehrplaninhalt und wird oft übersprungen.
Karte lesen statt Navi
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: eine Landkarte
Vor einem Ausflug sucht Ihr Kind den Weg auf einer Papierkarte und sagt unterwegs an, was als Nächstes kommt.
Wozu das gut ist: Maßstab, Himmelsrichtung und Legende – alles Lehrplan, und mit Karte einleuchtender als im Heft.
Fahrrad prüfen
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: das eigene Fahrrad
Gemeinsam durchgehen: Bremsen, Licht, Reflektoren, Klingel, Reifendruck. Ihr Kind führt die Liste.
Wozu das gut ist: Die Radfahrprüfung steht in Klasse 4 an, und Verkehrssicherheit ist kein Papierwissen.
Damals und heute
Sachunterricht · 15 Minuten · Material: alte Fotos
Ein altes Familienfoto ansehen: Was ist anders als heute? Kleidung, Technik, Straßen?
Wozu das gut ist: Historisches Denken beginnt mit dem Vergleich, nicht mit Jahreszahlen.
Eine Woche Strom zählen
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: Stromzähler
Am Montag und am Sonntag den Zählerstand notieren, die Differenz ausrechnen und überlegen, was am meisten verbraucht.
Wozu das gut ist: Verbindet Sachunterricht mit großen Zahlen – und macht Verbrauch begreifbar.
Dialogisch vorlesen
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein Bilderbuch
Lesen Sie eine Seite und halten Sie dann an. Fragen Sie: Was siehst du? Warum macht er das wohl? Was würdest du tun? Greifen Sie die Antwort auf und ergänzen Sie ein Wort mehr, als Ihr Kind benutzt hat.
Wozu das gut ist: Der Wortschatz wächst durch das Gespräch über das Buch, nicht durch das Zuhören allein.
Grundlage: Metaanalyse von Mol und Kolleginnen: mittlerer Effekt auf den aktiven Wortschatz gegenüber gewöhnlichem Vorlesen. Am stärksten bei jüngeren Kindern.
Reimpaare finden
Deutsch · 5 Minuten · Material: nichts
Sie sagen ein Wort, Ihr Kind findet ein Reimwort – auch Quatschwörter zählen. Danach umgekehrt.
Wozu das gut ist: Reimen gehört zur phonologischen Bewusstheit, dem stärksten Vorhersagewert für späteren Leseerfolg.
Grundlage: Phonologische Bewusstheit gilt in der Leseforschung als bestbelegter Vorläufer des Lesenlernens.
Zerlegen bis zehn
Mathematik · 5 Minuten · Material: zehn Bausteine
Zehn Bausteine in zwei Hände aufteilen. Ihr Kind sieht eine Hand und sagt, wie viele in der anderen sind. Täglich kurz, nicht lang.
Wozu das gut ist: Die Zerlegung der Zehn muss abrufbar werden, sonst wird jede spätere Rechnung mühsam.
Grundlage: Automatisierter Faktenabruf entlastet das Arbeitsgedächtnis und ist Voraussetzung für mehrschrittiges Rechnen.
Erst vermuten, dann nachsehen
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: irgendein Alltagsgegenstand
Bevor Sie etwas gemeinsam ausprobieren, lassen Sie Ihr Kind vorhersagen, was passieren wird – und begründen. Erst danach wird geprüft.
Wozu das gut ist: Eine eigene Vorhersage macht das Ergebnis bedeutsam. Kinder merken sich, was ihre Erwartung widerlegt hat.
Grundlage: Vorhersagen vor dem Ausprobieren ist in der Unterrichtsforschung ein wiederkehrend wirksames Element.
Denselben Text dreimal lesen
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein kurzer Text, etwa 100 Wörter
Ihr Kind liest denselben kurzen Text dreimal laut. Sie lesen halblaut mit und lassen bei einem Fehler vier Sekunden Zeit zur Selbstkorrektur, bevor Sie helfen. Beim dritten Mal hören Sie den Unterschied.
Wozu das gut ist: Der spürbare Fortschritt in fünf Minuten ist der eigentliche Gewinn: Kinder erleben, dass Üben wirkt.
Grundlage: Wiederholtes Lautlesen ist das am besten belegte Verfahren zur Leseflüssigkeit (National Reading Panel). In deutschen Grundschulen fielen die Effekte kleiner aus als bei älteren schwachen Lesern.
Gemeinsam im Chor lesen
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein Buch
Sie lesen laut, Ihr Kind liest gleichzeitig mit – im selben Tempo. Wenn es sicherer wird, werden Sie leiser.
Wozu das gut ist: Das Mitlesen im Chor nimmt den Druck: Stolpern fällt nicht auf, und die Betonung wird nebenbei übernommen.
Grundlage: Chorisches Lesen gehört zu den Lautleseverfahren, für die die Wirksamkeit metaanalytisch bestätigt ist.
Fünf Minuten Einmaleins, verteilt
Mathematik · 5 Minuten · Material: nichts
An fünf Tagen je fünf Minuten abfragen statt einmal eine halbe Stunde. Immer gemischt, nie eine Reihe am Stück.
Wozu das gut ist: Verteiltes und gemischtes Üben wirkt nachweislich besser als geballtes – und dauert insgesamt nicht länger.
Grundlage: Verteiltes Üben ist für Mathematik metaanalytisch belegt, mit kleinen bis mittleren Effektstärken.
Erzähl mir, was du gelernt hast
Sachunterricht · 5 Minuten · Material: nichts
Fragen Sie abends: Was hast du heute gelernt? Nicht: Hast du alles richtig gemacht? Hören Sie zu Ende zu, auch wenn es abschweift.
Wozu das gut ist: Interesse und Gespräch hängen mit Schulerfolg zusammen, Hausaufgabenkontrolle kaum – bei Streit sogar negativ.
Grundlage: Befunde zur Elternbeteiligung: Interesse und Erwartungen wirken stärker als Kontrolle. Ursächliche Aussagen sind allerdings nur begrenzt möglich.
Das Lesetandem zu Hause
Deutsch · 15 Minuten · Material: ein Text auf Kinderniveau
Sie sind Trainerin, Ihr Kind ist Sportler. Es liest laut, Sie fahren mit dem Finger die Zeile entlang und lesen halblaut mit. Bei einem Fehler vier Sekunden warten, dann das Wort nennen und die Zeile neu beginnen. Dreimal die Woche.
Wozu das gut ist: Das Verfahren stammt aus der Schule und funktioniert zu Hause genauso – es braucht nur zwei Personen und denselben Text.
Grundlage: Lautlesetandems sind in Deutschland mehrfach untersucht (Rosebrock, Nix, Gold). In der Grundschule sind die Effekte kleiner als bei älteren schwachen Lesern und hängen vom Ausgangsniveau ab.
Erkläre es mir
Deutsch · 10 Minuten · Material: nichts
Nach den Hausaufgaben erklärt Ihr Kind Ihnen eine Aufgabe so, als hätten Sie sie nie gesehen. Fragen Sie nach, wo Sie nicht folgen können.
Wozu das gut ist: Wer erklärt, merkt selbst, wo eine Lücke ist. Und Sie erfahren mehr über den Stand als aus jedem Heft.
Grundlage: Selbsterklären gehört zu den robust wirksamen Lernstrategien; das Erklären deckt Lücken auf, die stilles Wiederholen verdeckt.
Wie hast du das gerechnet?
Mathematik · 5 Minuten · Material: nichts
Bei einer gelösten Aufgabe nicht das Ergebnis prüfen, sondern nach dem Weg fragen. Auch bei richtigen Ergebnissen.
Wozu das gut ist: Verständnis zeigt sich am Weg, nicht am Ergebnis. Und wer den Weg erzählt, festigt ihn.
Grundlage: Für Mathematik ist reines Abfragen von Ergebnissen metaanalytisch NICHT durchgängig überlegen – Verstehen lässt sich nicht abfragen.
Das Fehlerheft
Sachunterricht · 10 Minuten · Material: ein kleines Heft
Ihr Kind notiert nach einer Arbeit drei Fehler und daneben, was es beim nächsten Mal anders macht. Keine Bewertung, nur Notiz.
Wozu das gut ist: Aus Fehlern lernt man nicht automatisch, sondern nur, wenn man sie anschaut. Das Heft macht Fortschritt sichtbar.
Grundlage: Rückmeldung und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Fehler gehören zu den wirksamsten Einflüssen in der Unterrichtsforschung.
Vorhersagen beim Lesen
Deutsch · 10 Minuten · Material: ein Buch
Am Kapitelende anhalten: Was passiert als Nächstes, und woran machst du das fest? Beim nächsten Mal prüfen, ob es gestimmt hat.
Wozu das gut ist: Vorhersagen zwingt dazu, den Text zu verarbeiten statt ihn nur abzulaufen.
Grundlage: Lesestrategien wie Vorhersagen und Zusammenfassen zählen zu den belegten Verfahren zur Förderung des Textverständnisses.
Lernwörter von Hand
Deutsch · 10 Minuten · Material: Papier und Stift
Schwierige Wörter mit der Hand schreiben, nicht tippen – jedes dreimal, verteilt über drei Tage.
Wozu das gut ist: Handschrift und verteiltes Üben zusammen: zwei Effekte in einer Übung.
Grundlage: Für das Behalten von Wörtern gibt es belastbare Hinweise zugunsten der Handschrift. Weitergehende Behauptungen über allgemeine Vorteile sind fachlich umstritten.
Gemischt statt sortiert üben
Mathematik · 10 Minuten · Material: Aufgaben aus dem Heft
Statt zehn Aufgaben derselben Art zehn gemischte rechnen lassen. Das fühlt sich schwerer an – und ist genau deshalb wirksamer.
Wozu das gut ist: Wenn alle Aufgaben gleich aussehen, übt man das Verfahren. Gemischt übt man das Erkennen, welches Verfahren passt – und darauf kommt es in Klassenarbeiten an.
Grundlage: Gemischtes Üben führt zu langsamerem Üben, aber besserem Behalten und besserer Übertragung.
Erst schätzen, dann rechnen
Sachunterricht · 5 Minuten · Material: nichts
Vor jeder Rechnung mit großen Zahlen fragen: Was kommt ungefähr heraus? Erst danach rechnen und beides vergleichen.
Wozu das gut ist: Ein Kind, das schätzt, merkt selbst, wenn ein Komma verrutscht ist. Ohne Schätzung bleibt jedes Ergebnis gleich plausibel.
Grundlage: Zahlvorstellung und Überschlag gelten als Schutz vor groben Fehlern und hängen mit späterer Rechenleistung zusammen.
Suchen Sie sich eine Übung aus, nicht fünf. Und wenn ein Tag nicht passt, lassen Sie ihn aus – Regelmäßigkeit über Wochen zählt mehr als Vollständigkeit in einer Woche.
Was die Forschung sagt
Die Übungen hier sind nicht ausgedacht. Zu jedem Befund steht, wie gut er belegt ist – und was dagegen spricht. Wo die Lage dünn ist, sagen wir das, statt eine Zahl zu nennen, die niemand nachprüft.
gut belegt
Vorlesen wirkt – aber vor allem, wenn dabei gesprochen wird
Beim sogenannten dialogischen Lesen stellt die vorlesende Person Fragen, lässt das Kind erzählen und greift seine Wörter auf. Eine Metaanalyse von Mol und Kolleginnen fand dafür einen mittleren Effekt auf den aktiven Wortschatz (d etwa 0,6) gegenüber gewöhnlichem Vorlesen.
Einschränkung: Der Effekt fällt deutlich kleiner aus, je älter die Kinder sind – die Studien stammen überwiegend aus dem Kindergartenalter. Für Grundschulkinder ist die Belege dünner; plausibel bleibt das Gespräch über das Gelesene trotzdem.
Was daraus folgt: Nicht nur vorlesen, sondern unterbrechen und fragen: Was glaubst du, warum? Was würdest du tun? Kennst du das Wort?
gut belegt
Lautes Lesen im Wechsel bringt mehr als stilles Üben
Lautleseverfahren – wiederholtes Lautlesen, gemeinsames Lesen im Chor, Lesen im Tandem – gelten als die am besten belegte Methode zur Verbesserung der Leseflüssigkeit. Die große Metaanalyse des amerikanischen National Reading Panel bestätigte Wirkungen auf Genauigkeit, Tempo und auch auf das Textverständnis.
Einschränkung: In deutschen Grundschulen fielen die Effekte kleiner aus als bei älteren, schwachen Leserinnen und Lesern (Lauer-Schmaltz, Rosebrock und Gold, 2014). Wie stark es wirkt, hängt vom Ausgangsniveau ab: Wer schon flüssig liest, gewinnt wenig.
Was daraus folgt: Denselben kurzen Text mehrmals lesen lassen, halblaut mitlesen, Fehler nach vier Sekunden freundlich verbessern. Dreimal die Woche eine Viertelstunde.
gut belegt
Laute und Buchstaben sind die Eintrittskarte
Die phonologische Bewusstheit – Laute im Wort heraushören, reimen, Silben trennen – und die sichere Zuordnung von Buchstaben und Lauten sind die stärksten Vorhersagewerte für späteren Leseerfolg. Das ist einer der bestbelegten Befunde der Leseforschung überhaupt.
Einschränkung: Training wirkt am meisten vor und zu Beginn des Lesenlernens. Ab Klasse 3 bringt es wenig; dann geht es um Flüssigkeit und Verstehen.
Was daraus folgt: In Klasse 1 mit Lauten spielen statt Buchstabennamen zu üben: "Mmmm" statt "Em".
belegt, aber mit kleinen Effekten
Verteilt üben schlägt geballt üben
Dasselbe über mehrere Tage verteilt zu üben, wirkt besser als dieselbe Zeit an einem Stück. Für Mathematik ist dieser Effekt inzwischen auch metaanalytisch belegt, mit kleinen bis mittleren Effektstärken.
Einschränkung: Kleine Effektstärken heißt: spürbar, aber kein Wundermittel. Und die Studien stammen überwiegend aus dem Unterricht, nicht aus Wohnzimmern.
Was daraus folgt: Lieber fünf Minuten an fünf Tagen als eine halbe Stunde am Sonntag. Genau darauf sind die Übungen hier zugeschnitten.
belegt, aber mit kleinen Effekten
Abfragen ist besser als nachlesen – meistens
Sich etwas aus dem Gedächtnis abzurufen, festigt es stärker, als es noch einmal zu lesen. Für Vokabeln, Fakten und das Einmaleins ist das gut belegt.
Einschränkung: Für das Rechnenlernen insgesamt ist die Lage schwächer, als oft behauptet wird: In mathematischen Zusammenhängen schneidet reines Abfragen in Metaanalysen nicht durchgängig besser ab. Verstehen lässt sich nicht abfragen.
Was daraus folgt: Einmaleins und Lernwörter abfragen, ja. Rechenwege dagegen erklären lassen: "Wie hast du das gemacht?" ist die bessere Frage als "Wie viel ist 7 mal 8?".
gut belegt
Automatisieren entlastet den Kopf
Wer Einmaleins und die Zerlegung kleiner Zahlen sicher abrufen kann, hat beim Rechnen mehr Kapazität für das eigentliche Problem frei. Kinder, die jede Teilaufgabe neu ausrechnen müssen, scheitern später an Sachaufgaben – nicht am Text, sondern an der Überlastung.
Einschränkung: Automatisieren ersetzt kein Verständnis. Ein Kind, das die Reihen aufsagen kann, aber nicht weiß, was Malnehmen bedeutet, ist nicht weiter.
Was daraus folgt: Kurz und täglich abfragen – aber immer wieder auch fragen, was eine Aufgabe eigentlich bedeutet.
belegt, aber mit kleinen Effekten
Mit der Hand schreiben hilft beim Merken
Für das Lernen von Buchstaben und das Behalten von Wörtern gibt es belastbare Hinweise, dass Schreiben mit der Hand dem Tippen überlegen ist (Longcamp, James, Mangen und andere).
Einschränkung: Die viel zitierte EEG-Studie, die daraus einen allgemeinen Vorteil der Handschrift ableitet, ist fachlich umstritten und wurde kommentiert. Aus "hilft beim Buchstabenlernen" folgt nicht "Tastaturen schaden".
Was daraus folgt: Lernwörter von Hand üben. Ansonsten gelassen bleiben.
Zusammenhang klar, Ursache unklar
Was Eltern tun, wirkt – aber anders als gedacht
Elterliche Beteiligung hängt mit Schulerfolg zusammen. Am stärksten wirken Interesse, Gespräche und zugetraute Erwartungen.
Einschränkung: Der Zusammenhang ist nicht ohne Weiteres ursächlich, und die Wirkungen einzelner Maßnahmen fallen in Untersuchungen sehr unterschiedlich aus. Kontrolle von Hausaufgaben und häusliche Nachhilfe durch Eltern schneiden regelmäßig schwach ab – bei Streit sogar negativ.
Was daraus folgt: Fragen Sie, was Ihr Kind heute gelernt hat, statt zu prüfen, ob es alles richtig gemacht hat. Bei Streit lieber abbrechen und uns Bescheid sagen.
Und eine Einschränkung für alles hier: Effektstärken aus Studien sagen, was im Durchschnitt vieler Kinder geschieht. Über Ihr Kind sagen sie nichts. Wenn etwas bei Ihnen nicht funktioniert, liegt das nicht an Ihnen – sprechen Sie uns an.